Am nächsten Sonntag, den 11. Oktober, 14 Uhr, erfolgt im Rahmen eines Festaktes die Einweihung des Kunstwerks „Für Capri und Roxi“ auf dem Enckeplatz in Hamburg-Mitte. Es begrüßen die Künstlerinnen Hannah Rath und Franziska Opel. Anschließend sprechen Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien Hamburg, und Mira-Kristin Saitzek vom QueerHistoryMonth Hamburg.
Das Kunstwerks „Für Capri und Roxi“ erinnert das in früherer Zeit in Hamburg geltende Tanzverbot homosexueller Menschen, stellvertretend für die Diskriminierung queerer Menschen. Die Namen Capri und Roxi verweisen auf zwei davon betroffene Bars, die sich in fußläufiger Nähe des Enckeplatzes befanden.
Die Künstlerinnen Hannah Rath und Franziska Opel schreiben zu Ihrer Skulptur: „Bei unserer Recherche sind wir auf ein Stück queere Stadtgeschichte gestoßen, auf das wir als Künstlerinnen mit unserer Skulptur „Für Capri und Roxi“ antworten. Sie setzt einen thematischen Ankerpunkt im öffentlichen Raum und ist zugleich eine eigenständige Skulptur, die körperlich und räumlich erfahrbar ist.“
Das Denkmal wird realisiert von der Kulturbehörde und der queere Sportverein Statschuss macht dazu eine besondere Aktion. Startschuss schreibt:
Am Sonntag um 14:00 Uhr wird die Skulptur „Für Capri und Roxi“ am Enckeplatz in der Altstadt eingeweiht. Capri und Roxi sind zwei der Tanzlokale der Szene gewesen, die unter dem Tanzverbot des Hamburger Senats gelitten haben. Die Einweihung wird mit einem Programm begleitet, das Startschuss mitgestaltet. Gestartet wird mit dem Lila Lied. Der Song war das Erkennungsmerkmal für queere Tanzveranstaltungen. Außerdem wird das Lied „Zwei in einer großen Stadt“ gespielt. Und da kommen wir alle ins Spiel und tanzen einen Flashmob. Tanja zeigt uns hier die Choreografie, die Du ganz einfach lernen und mittanzen kannst. Hier der ganze Durchlauf mit Musik.
Dazu gibt es diese Anleitung:
Auf der Webseite von Franzika Opel finden wir:
1960 erließ das Bezirksamt Mitte das sogenannte Tanzverbot. In den lokalen Szenetreffs um nur nur einige zu nennen – Bohème, Capri, Roxi und Stadtkasino – war es Männern von da an verboten, miteinander zu tanzen. Eine Hamburger Besonderheit, ein vergleichbares Verbot gab es nirgendwo sonst. Durch das Tanzverbot sollten homosexuelle Cafés unwirtschaftlich gemacht werden. (1) Dieses Gesetz erlassen durch die Stadt Hamburg gehört zu ihrer Geschichte. Der künstlerische Entwurf „Für Capri und Roxi“ als Gedenk-Ort für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt an der Binnenalster in Hamburg greift diesen Inzidenzfall auf. „Für Capri und Roxi“ steht hier stellvertretend für die Repression der LGBTIQ+ Community im gesellschaftlichen und rechtlichen Raum und setzt dieser ein sichtbares Zeichen entgegen.
Der Enckeplatz ist direkt neben den Großen Wallanlagen von Planten un Blomen gelegen (östlich) und ist gut mit U- und S-Bahn erreichbar. Die nächstgelegenen Haltestellen sind St.Pauli (U3), Gänsemarkt (U1/U2), Stephansplatz (U1), Messehallen (U2) und Stadthausbrücke (S-Bahn). Von dort ist der Enckeplatz jeweils in ca. 10 Minuten zu Fuß erreichbar. Die Bushaltestelle Handwerkskammer ist unmittelbar am Enckeplatz gelegen.