Pink Channel Dyke* Edition 20.06.2026

Thema diesmal: Der Juni ist Pride Month. Am 28.6.1969 geschahen die Stonewall-Aufstände aus denen die CSD-Demonstrationen entstanden. Es gibt immer mehr CSDs und queere Gruppen und das auch im ländlichen Raum. Doch wie ist es, in einer Kleinstadt CSD zu feiern? Zu Gast ist Lisa von Quest (Foto li.) – queeres Stade e.V. Es geht um die Herausforderungen für Queers in Kleinstädten. Wie bunt darf es in Kleinstädten sein? Wie ist es queer zu sein auf dem Land? Und warum sollten wir gerade zu den kleineren CSDs hin?– Außerdem Veranstaltungstipps für die Community.



Themenüberblick 20.06.2026

Nathalie stellt das heutige Thema vor: Queersein auf dem Land. Gemeinsam mit Lisa vom Verein Quest aus Stade geht es um die besonderen Herausforderungen und die Planung eines CSD in einer Kleinstadt. Lisa stellt sich und ihre Arbeit bei Quest kurz vor.

Der Verein Quest: Angebote und Hindernisse im ländlichen Raum

ländlichen Raum Lisa stellt den Verein Quest vor – den einzigen queeren Verein im Elbe-Weser-Dreieck. Seit sechs Jahren organisiert er den CSD Stade sowie monatliche Stammtische, Drag Bingo, Drag Brunch und den „Lichterhafen“ als Weihnachtsangebot gegen Einsamkeit. Lisa erzählt von ihrem Weg zu Quest nach ihrer Rückkehr aus Osnabrück. Sie berichtet von strukturellen Schwierigkeiten auf dem Land, etwa mangelndem Verständnis, fehlenden Förderprogrammen und einem zähen Netzwerkaufbau.

Politische Parteien, Hasskommentare und Vereinsarbeit unter Druck

Der Verein Quest bewertete anhand eines Fragebogens, welche Parteien den CSD unterstützen – Linke, Grüne und SPD sind dabei, die CDU zeigt wenig Eigeninitiative, die AfD als rechtsextrem außen vor. Hasskommentare gab es etwa nach dem Hissen der Regenbogenflagge am Kreistag oder gegen einen Dragqueen-Werbeclip auf Facebook, mit üblen Unterstellungen und Anzeigen als Folge. Lisa und Natalie kritisieren die pauschale Stigmatisierung queerer Menschen.

CSD Winsen Luhe: Pride in der Kleinstadt

Ash und Johanna vom CSD Winsen Luhe stellen ihren vierten parteilosen CSD unter dem Motto „Queer Pride Against White Pride“ vor. Der Demonstrationszug startet am 27. Juni am Bahnhof und endet auf dem Schlossplatz mit Ständen, Redebeiträgen, Musik und Siebdruckaktionen. Trotz des noch kleinen Teams planen sie jährlich diese Veranstaltung, um queere Sichtbarkeit in der Kleinstadt zu stärken.

Zukunft von Quest: Schulprojekte, Selbstverteidigung und wachsender Rechtsdruck

Quest plant neben der Erweiterung des CSD Schulworkshops zur Aufklärung über geschlechtliche und sexuelle Vielfalt sowie Selbstverteidigungskurse für queere Personen. Lisa sieht im zunehmenden Rechtsruck, der Kommunalwahl und gesellschaftlichen Krisen wie Inflation eine Gefahr für die Unterstützung. Sie betont, dass CSDs weiterhin nötig sind – für rechtliche Gleichstellung, gegen Diskriminierung und für queere Sichtbarkeit.

Kleinstadt-Pride: Persönliche Erfahrungen, Empfehlung und Veranstaltungstipps

Nathalie und Lisa vergleichen kleine und große CSDs und würdigen den besonderen Charme sowie die Dankbarkeit der Community vor Ort. Lisa bewirbt das CSD-Wochenende in Stade (27. Juni), beginnend mit Drag Bingo am Vorabend und einem Sonntagsprogramm. – Tipps: Fuck Yeah Nesty – Lesung & Sprachlabor, Fuck Yeah Sexshop, 25.06. – Sozi Tresen – Stressmannstraße 136, 27.06., 18:00 – Propaganda: A Pop Error in Motion – Übel & Gefährlich, 26.06., Tickets online – Feministisches Büchercafé – Denkträume, Grindelallee 43, 05.07., 15:00, – FLINTA only Silent Cinema: Mein Nachbar Totoro – Savoy Filmtheater, 05.07., 12:00, neurodivergenzfreundlich – Von dem Begehren, die Familie abzuschaffen (Lesung) – Uni Hamburg, Von-Melle-Park 5, Raum 0029, 10.07., 18:30, auch online – Watch Night: L-Word gucken – Junglesbenzentrum, 22.06., 16:00–19:00


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