Pink Channel Magazin 06.06.2026

Radio im Queerformat. – Themen diesmal: Bilanz: Das alles gab es im Queer History Month – Vor Gericht gewonnen: Das CSD-Straßenfest in Dresden ist nun doch poliitsch und keine Kommerzveranstaltung – Das erste Mal: Die Regenbogenflagge hing beim Rainbowflash am Hamburger Rathaus. – In Szene gesetzt: Die Queeren Zeitzeug:innen bauten Katharinas Bar Toom Peerstall wieder auf – Schwul in den 70ern bis 90ern: Bilder von Chris Lambertsen hängen jetzt im Levantehaus – Filmkunst im Museum: In Berlin wird das Queer Cinema ausgestellt. – Moderation: Wolfgang Krömer und Martin Eichenlaub.



Themenüberblick 06.06.2026

Themen diesmal: Bilanz: Das alles gab es im Queer History Month – Vor Gericht gewonnen: Das CSD-Straßenfest in Dresden ist nun doch poliitsch und keine Kommerzveranstaltung – Das erste Mal: Die Regenbogenflagge hing beim Rainbowflash am Hamburger Rathaus. – In Szene gesetzt: Die Queeren Zeitzeug:innen bauten Katharinas Bar Toom Peerstall wieder auf – Schwul in den 70ern bis 90ern: Bilder von Chris Lambertsen hängen jetzt im Levantehaus – Filmkunst im Museum: In Berlin wird das Queer Cinema ausgestellt. – Moderation: Wolfgang Krömer und Martin Eichenlaub.

Bilanz Queer History Month 2026

Rückblick auf den Hamburger Queer History Month im Mai. Mitorganisatorin Mira-Kristin Saitzek zieht Bilanz: über 150 Ehrenamtliche, 51 Veranstaltungen, mehrere tausend Besuchende – alles ohne Budget. – Hier alle Beiträge von Pink Channel zum Queer History Month.

CSD-Straßenfest in Dresden nun doch politisch

Der CSD Dresden e.V. hat vor Gericht gewonnen: Das Straßenfest gilt als politische Versammlung, nicht als kommerzielle Veranstaltung. Die sächsische Landesdirektion wollte den Status aberkennen – unter anderem, weil eine Besucherin beim Verzehr einer Bratwurst das Straßenfest als „schön“ bezeichnet hatte. Mit Redeausschnitten vom Vorstandssprecher Ronald Zenker von der Straßenfesteröffnung.

Hamburger Rathaus erstmals zum Rainbowflash beflaggt

Zum Internationalen Tag gegen Queerfeindlichkeit (17. Mai) fand in Hamburg der Rainbowflash statt. Erstmals wehte zu diesem Anlass die Regenbogenflagge am Hamburger Rathaus – ein Novum. Redner:innen warnten vor zunehmender Queerfeindlichkeit und Angriffen auf Trans-Rechte. – Foto: Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal.

Queere Zeitzeug:innen inszenieren die historische Bar „Toom Peerstall“

Neu dabei beim Hamburger Queer History Month war die Gruppe der Queeren Zeitzeug:innen, angesiedelt beim Seniorenbüro Hamburg. Sie rekonstruierten im Kommunikationszentrum Kölibri auf St. Pauli die legendäre Bar Toom Peerstall mit der Wirtin Katharina – mit schummrig rotem Licht, engen Räumen, Schmalzbroten mit Gurke und Tequila mit Salz und Zitrone. Auf einer Lesebühne wurden Erinnerungen ehemaliger Gäste vorgetragen, dazu ein historischer Filmbericht und Videos der Stieftochter von Katharina, die ihren Stiefvater Hans in Österreich als Mann und in Hamburg als Frau Katharina erlebte. Carmen Rippererläutert, wie die Gruppe per Fragebogen weitere Ideen für historische queere Orte sucht.

Pink Channel Nachrichten 06.06.2026

Mit Martin Eichenlaub. – Selbstbestimmungsgesetz: Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fordern einen Prüfmechanismus gegen Missbrauch. Standesämter sollen Änderungen von Namen und Geschlechtseintrag in bestimmten Fällen verweigern dürfen. – CSD Dresden: Das Oberverwaltungsgericht hat entschieden: Der CSD darf 2026 wie geplant mit Straßenfest stattfinden. Es gilt als Versammlung, nicht als kommerzielle Veranstaltung – keine zusätzlichen Kosten für Sicherheit und Reinigung. – Schleswig-Holstein: CDU und Grüne haben ein neues Antidiskriminierungsgesetz in den Landtag eingebracht. Betroffene sollen sich künftig leichter gegen Benachteiligungen durch Behörden wehren können. – Übergriffe: Gewalt und Anfeindungen gegen queere Menschen nehmen wieder zu. Die Berliner Beratungsstelle Maneo zählte 723 Fälle, 165 davon in Bussen, Bahnen und auf Straßen. – Aufarbeitung: Die Justizministerkonferenz befasst sich mit dem Leid von Trans- und Intermenschen durch frühere Gesetze. Gefordert werden Aufarbeitung und ein staatlicher Entschädigungsfonds. – 25 Jahre „Ich bin schwul“: Vor 25 Jahren sorgte Klaus Wowereits Satz „Ich bin schwul, und das ist auch gut so“ bundesweit für Aufsehen – das erste öffentliche Coming-out eines deutschen Spitzenpolitikers.

Chris-Lambertsen-Ausstellung im Levantehaus

Der Hamburger Fotograf Chris Lambertson, bekannt für seine Bilder der frühen CSD-Demos, zeigt im Levantehaus Fotos von schwulen Männern aus den 70er- bis 90er-Jahren. Diesmal hat er das Spektrum thematisch erweitert: nicht nur CSD-Fotos, sondern auch andere Arbeiten aus dieser Zeit. Der Kurator Ingo Taubhorn würdigte Lambertsons jahrzehntelanges Engagement für die Geschichtsschreibung homosexueller Lebenswelten. Lambertson selbst sagt, er habe 1980 die erste Stonewall-Demo fotografiert, „weil’s sonst keiner macht“. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Juni im Obergeschoss des Levantehauses zu sehen. Begleitend gibt es zwei Veranstaltungen zur schwulen Community und zu Lebensgefühlen schwuler Männer im Festivalzentrum der Triennale, Deichtorstraße 1.

Ausstellung „Inventing Queer Cinema“ in Berlin

In der Deutschen Kinemathek ist vom 7. Mai bis zum 13. September die Ausstellung “Inventing Queer Cinema” zu sehen. Die Ausstellung „Inventing Queer Cinema“ beleuchtet die Geschichte des queeren Films in Deutschland seit den 1970er-Jahren. Im Mittelpunkt stehen Filmschaffende, die mit ihren Werken queere Sichtbarkeit, Emanzipation und gesellschaftlichen Wandel geprägt haben. Anhand von Filmen, Archivmaterialien, Interviews, persönlichen Objekten und Videoinstallationen zeigt die Ausstellung die Entwicklung queerer Filmkultur sowie ihren Einfluss auf Gesellschaft und Mainstream. Ergänzt wird die Schau durch ein umfangreiches Film- und Veranstaltungsprogramm im Berliner E-Werk. – Thomas Diedrichs führte das Interview.


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