Radio im Queerformat. – Diesmal: Der CSD in Dresden hat trotz Streit um Versammlungsrecht erfolgreich stattgefunden – Ebenso der CSD in Lüneburg – Die Schwulenberatung in Berlin feierte 45-jähriges Jubiläum – Tel Aviv feierte Pride (Interview mit Helmut Metzner, Bundesstiftung Magnus Hirschfeld) und Gast im Studio ist Frank Thies, denn in der Zentralbibliothek gibt es eine Bi+Pride-Ausstellung (ab 16.6.). – Moderation: Wolfgang Krömer und Stefan Kossanyi.

Themenüberblick 13.06.2026
Radio im Queerformat. – Diesmal: Der CSD in Dresden hat trotz Streit um Versammlungsrecht erfolgreich stattgefunden – Ebenso der CSD in Lüneburg – Die Schwulenberatung in Berlin feierte 45-jähriges Jubiläum – Tel Aviv feierte Pride (Interview mit Helmut Metzner, Bundesstiftung Magnus Hirschfeld) und Gast im Studio ist Frank Thies, denn in der Zentralbibliothek gibt es eine Bi+Pride-Ausstellung (ab 17.6.). – Moderation: Wolfgang Krömer und Stefan Kossanyi.
CSD Dresden: Politischer Erfolg vor Gericht
CSD Dresden: Politischer Erfolg vor Gericht Interview mit Ronald Zenker vom CSD Dresden über den Rechtsstreit mit der Landesdirektion Sachsen, die das Straßenfest als unpolitisch einstufen wollte. Zenker erklärt, wie sie sich erfolgreich durchsetzten und zusätzliche Demonstrationen als Eskalationsstufen planten. Mit mehreren zehntausend Teilnehmenden ist der CSD Dresden der zweitgrößte im Osten nach Berlin.
Ausstellung Bi+ Pride in der Zentralbibliothek (ab 16.6.)
Frank Thies (Foto Mitte) stellt die Fotoausstellung „Bi+ Visibility & Pride“ des Rainbow Cities Network vor, die ab Dienstag in der Zentralbibliothek Hamburg zu sehen ist. Thema ist bisexuelle Sichtbarkeit. Bei der Eröffnung um 17 Uhr gibt es einen Kurzfilm, eine Podiumsdiskussion und Grußworte, unter anderem von Senatorin Miriam Blumenthal. Beteiligt ist auch B+ Pride Hamburg e.V. – Ausstellungseröffnung ist am 16.6. um 17 Uhr.
Eindrücke vom CSD Tel Aviv
Helmut Metzner von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld berichtet live aus Tel Aviv. Rund 100 000 Menschen nahmen an der Pride-Demo (12.6.2026) teil – der größten im Nahen Osten. Er schildert die politische Stimmung, Solidaritätsbekundungen, die militärische Präsenz und Begegnungen mit Aktivist:innen aus der Region, darunter ein Influencer aus dem Libanon.
CSD Lüneburg: gemütlich und politisch
Stefan Kossanyi war beim CSD in Lüneburg. Mit etwa 800 bis 900 Teilnehmenden war die Veranstaltung für die kleine Stadt gut besucht. Es gab eine Demo durch die Innenstadt sowie ein Straßenfest im Kurpark mit Drag-Performances und Infoständen. Die Stimmung war friedlich und solidarisch, mit viel Unterstützung auch von heterosexuellen Verbündeten.
Pink Channel Nachrichten 13.06.2026
Mit Stefan Kossanyi. – Mehrere CDU-geführte Länder fordern Verschärfungen des Selbstbestimmungsgesetzes. – Der Bundestag berät eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. – Bundestagspräsidentin Julia Klöckner verteidigt ihr Verbot der Regenbogenfahne zum CSD. – Der queere Künstler David Hockney ist mit 88 Jahren gestorben. – Der Verfassungsschutz warnt vor christlichen Influencern mit rechtsextremen, queerfeindlichen Inhalten.
45 Jahre Schwulenberatung Berlin: Jubiläumsfeier im Metropol
Am 5. Juni gab es eine Jubiläumsfeier für die Schwulenberatung Berlin, Europas größter Hilfsorganisation für die queere Community. Geschäftsführer Marcel de Groot (Foto re.) spricht über die riesige Nachfrage nach queeren Wohnprojekten, die 1.500 Menschen auf der Interessentenliste und aktuelle Planungen in Kreuzberg. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (Foto li., CDU) kündigt im Interview an, dass Berlin in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Wagen beim CSD dabei sein wird und verweist auf die Landesstrategie für queere Sicherheit gegen Hassgewalt. De Groot berichtet zudem von stark steigendem Beratungsbedarf – besonders bei jungen Menschen mit Identitätsfragen und psychischen Problemen sowie beim Thema Einsamkeit quer durch alle Altersgruppen.
Carolin Emcke: Gegen autoritären Backlash und für solidarische Allianzen
Die Publizistin und Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels Carolin Emcke hielt bei der Jubiläumsfeier der Schwulenberatung Berlin eine eindringliche Rede. Sie würdigte die Arbeit der Organisation und warnte vor der weltweiten autoritären Dynamik, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und gezielter Queerfeindlichkeit, die weit in die gesellschaftliche Mitte reiche. Emcke rief zu ungewöhnlichen Allianzen für Demokratie und Rechtsstaat auf und betonte, dass Menschenrechte unteilbar sind und nur gemeinsam verteidigt werden können. Aus der Geschichte der queeren Bewegung lasse sich lernen, was es jetzt brauche: Selbstbewusstsein, Engagement und vor allem solidarisches Füreinandereinstehen.
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